Philosophisches

Auf dieser Seite erscheinen inspirierende Texte von verschiedenen Autoren.

Der folgende Text stammt von Heinrich Rombach, dem verstorbenen, bunten Philosophieprofessor aus Würzburg. Rombach hat eine neue Gesellschaft beschrieben, in  der die Konkreativität und die soziale Kunst eine grosse Rolle spielen. Der Text ist stammt aus einem Buch „Phänomenologie des sozialen Lebens“.

IMG_4586

 

________________________

Der folgende Text stammt aus dem Buch von Erich Fromm: Haben oder Sein. Aus dem Kapitel „Wesenszüge der neuen Gesellschaft“:

So wie es in der Entwicklung der Technik unüberwindlich erscheinende Schwierigkeiten gegeben hat, so dünken uns auch die oben angeführten Probleme heute noch unlösbar. Doch die Schwierigkeiten der Technik erwiesen sich als überwindbar, weil sich eine Wissenschaft etablierte, die das Prinzip der Beobachtung und der Kenntnis der Natur als Voraussetzung für deren Beherrschung proklamierte (Francis Bacon: Novum Organum 1620). Dieser Wissenschaft des 17. Jahrhunderts haben sich bis zum heutigen Tag in den Industriestaaten die hervorragendsten Köpfe verschrieben, und sie hat die Realisierung der technischen Utopien ermöglicht, von denen der menschliche Geist träumte. Doch heute, mehr als dreieinhalb Jahrhunderte danach, bedürfen wir einer völlig anders gearteten »neuen Wissenschaft«, für die Vico im 18. Jahrhundert die Grundlagen gelegt hatte. Wir brauchen eine Humanistische Wissenschaft vom Menschen als Basis für die Angewandte Wissenschaft und Kunst der gesellschaftlichen Reorganisation. Technische Utopien, beispielsweise das Fliegen, sind dank der neuen Naturwissenschaft verwirklicht worden. Die menschliche Utopie des Messianischen Zeitalters – eine vereinte neue Menschheit, die frei von ökonomischen Zwängen, Krieg und Klassenkampf in Solidarität und Frieden miteinander lebt – kann Wirklichkeit werden, wenn wir das gleiche Maß an Energie, Intelligenz und Begeisterung dafür aufbringen, das wir für unsere technischen Utopien aufwandten. Man kann nicht U-Boote bauen, indem man Jules Verne liest; wir können keine humanistische Gesellschaft schaffen, indem wir die Propheten lesen.

Ob uns eine solche Uniorientierung vom Supremat der Naturwissenschaft auf eine neue Sozialwissenschaft glücken wird, kann niemand vorhersagen. Wenn ja, dann haben wir vielleicht noch eine Überlebenschance, aber nur unter der Voraussetzung, daß viele hervorragende gut ausgebildete, disziplinierte und engagierte Männer und Frauen sich durch die neue Herausforderung an den menschlichen Geist aufgerufen fühlen – und durch die Tatsache, daß dieses Mal das Ziel nicht Herrschaft über die Natur ist, sondern Herrschaft über die Technik und über irrationale gesellschaftliche Kräfte und Institutionen, die das Überleben der westlichen Gesellschaft, wenn nicht gar der Menschheit bedrohen.“

 

Unten folgen Auszüge aus dem Artikel Allmende revisited von Matthias Fersterer, erschienen in der Zeitschrift oya 01/2010, im Zusammenhang mit der Frage: sind Feldianer auch Commoner, sprich Gemeinschafter, die zu ihrem gemeinsamen Feld …örtlich, sozial, emotional, ökonomisch… Sorge tragen?

“Der Begriff »Allmende« bezog sich im Mittelalter auf Naturgüter, die von einer bestimmten Gemeinschaft von »Allmendegenossen« genutzt wurden. Im heutigen Sinn beinhaltet die Allmende alles, was von so umfassendem Charakter ist, dass es dem Gedanken der privaten Aneignung widerspricht: angefangen bei der Erdatmosphäre und dem menschlichen Erbgut über Wissen und Kulturtechniken bis hin zu abstrakten Zustandsformen wie Stille oder Dunkelheit, die oftmals erst dann ins Bewusstsein treten, wenn sie vom Schwinden bedroht sind, etwa durch »Lärm-« und »Lichtverschmutzung«.(…)

Sehen manche in der Allmende lediglich eine historische Form der Landnutzungsorganisation, so betrachten andere die Allmendekultur als Lebensweise, die uns auch heute noch wichtige Impulse geben kann. Beispielsweise der Gesellschaftshistoriker Peter Linebaugh, dessen Wortneuschöpfung commoning (»gemeinschaften« oder »gemeinsames Tun«) andeutet, dass die Allmende nichts Statisches ist, sondern etwas ständig im Werden Begriffenes, das sich erst durch die Nutzung gemeinschaftlich verbundener Menschen begründet. Indem er aus dem Substantiv commons das Verb to common bildet, wird ein Perspektivenwechsel möglich, der die Allmende nicht als bloße Nutzungsressource, sondern als tief in die Gesellschaft hineinwirkende Praxis erkennen lässt. (…)

Bezeichnete die historische Allmende gemeinschaftlich genutztes Land, so kann sie uns heute als kraftvolle Chiffre für eine viel umfassendere Idee dienen, die sich im Großen wie im Kleinen auf Vieles übertragen lässt und ein Sammelbecken für die verschiedensten Einzelbewegungen bilden kann. Auch verdeutlicht sie, dass es am angeblichen Ende der Geschichte noch große Erzählungen gibt. Eine solche Erzählung ist die Allmende. Sie handelt von zahllosen Menschen, die im gemeinsamen Tun Sorge tragen für die Bedürfnisse ihres Lebensraums und sich als Teil größerer Kreisläufe und weitverzweigter Beziehungsgeflechte erfahren.“

http://www.oya-online.de/article/read/21.html?omit_overlay=5553c67b61da5

Zitate über Transcender aus dem Buch „Das Stille-Paradox“ von Frank Kinslow:

 

  • Für Transcender werden Gipfel- und Plateau-Erlebnisse zum Wichtigsten in ihrem Leben.
  • Sie sehen das Heilige im Gewöhnlichen.
  • Sie scheinen einander irgendwie zu erkennen, was bereits beim ersten Treffen für Nähe und gegenseitiges Verständnis sorgt.
  • Sie sind empfänglicher für Schönheit.
  • Transzendenz bringt einen „transpersonalen“ Verlust des Ego mit sich.
  • Sie sind ein bisschen wie Kinder, die durch das Schillern einer Pfütze, einen am Fenster herabrinnenden Regentropfen, eine sanfte Berührung oder die Bewegungen einer Raupe in Bann gezogen werden.
  • Sie summen manchmal „mmmmmmmmmmmhmhhmhmhhmhmmhhmhmmhhmmhmhmhmhmhh“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s